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Die drei Posten und ihre Anteile

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Was Sie in diesem Beitrag finden Warum es in Luxemburg keine Standardaufteilung gibt, was stabil ist und was nicht, wie eine projektbezogene Aufteilung entsteht, und wozu sie dient.

Bauleitfäden veröffentlichen gern eine Standardaufteilung. In Luxemburg ist sie sinnlos, und zu verstehen warum ist nützlicher als Prozentsätze zu merken.

Warum es keine Standardaufteilung gibt

Der Grund liegt in der Asymmetrie, die der Beitrag über das Gewicht des Grundstücks darlegt. Der Grundstücksanteil überlagert die übrigen Posten.

Der Grundstücksposten schwankt je nach Standort um ein Mehrfaches.

Die beiden anderen Posten schwanken weit weniger.

Rechnerisch schwankt daher der Grundstücksanteil am Gesamtbudget enorm, und jeder nationale Durchschnitt löscht genau die gesuchte Information aus.

Bei ein und demselben Projekt kann das Grundstück einen geringen Anteil oder die Hälfte des Gesamtbudgets ausmachen, allein je nach gewählter Gemeinde.

Element Verhalten Verwendung in der Schätzung
Grundstück Je nach Gemeinde unterschiedlich Wird zuerst beziffert
Bauarbeiten Bei gegebenem Programm pro m² vorhersehbar Wird nach Posten beziffert
Nebenkosten Anteilig zu den beiden vorigen Werden prozentual beziffert

Was stabil ist

Drei Elemente verhalten sich vorhersehbar und genügen für eine Schätzung. Sie betreffen das Grundstück, die Bauarbeiten und die Nebenkosten.

Die interne Aufteilung des Baupostens. Luxemburgische Fachquellen verorten den Rohbau in der unteren Hälfte des Baubudgets, den Ausbau in einem vergleichbaren Anteil und die Endarbeiten in einem geringeren, aber je nach Standard stark schwankenden Anteil.

Das Gewicht der Nebenkosten bezogen auf die Baukosten, von denselben Quellen in einer Größenordnung von fünfzehn bis zwanzig Prozent verortet.

Der Baupreis pro Quadratmeter, dessen Spanne bei gegebener Ausbaustufe eng ist, behandelt im Beitrag über die Baukosten pro m².

Diese drei Stabilitäten erlauben es, die Posten zwei und drei mit brauchbarer Genauigkeit zu schätzen, sobald das Programm feststeht.

Wie eine projektbezogene Aufteilung entsteht

Vier Schritte, in dieser Reihenfolge.

Die Baukosten schätzen aus der vorgesehenen Fläche und einer Spanne pro Quadratmeter entsprechend der angestrebten Ausbaustufe.

Die Nebenkosten hinzufügen, indem die übliche Größenordnung auf die Baukosten angewandt wird.

Die vollständigen Grundstückskosten hinzufügen, Erwerb, Erschließung und Kaufnebenkosten eingeschlossen.

Erst dann die Anteile berechnen, die für dieses Projekt und diesen Standort gelten.

Diese Abfolge liefert eine brauchbare Aufteilung, während eine Standardaufteilung eine falsche liefern würde.

Wozu die Anteile dienen

Drei berechtigte Verwendungen, und eine auszuschließende. Die Aufteilung dient dem Rahmen, nicht der Bezifferung eines konkreten Projekts.

Die Gesamtstimmigkeit einer Schätzung prüfen. Ein deutlich unter der üblichen Größenordnung liegender Nebenkostenanteil weist meist auf eine Auslassung hin.

Den Posten bestimmen, auf dem eine Entscheidung tatsächlich wirkt, was langes Verhandeln einer wenig wiegenden Position vermeidet.

Die Abweichung im Projektverlauf verfolgen, durch Vergleich der geplanten mit der festgestellten Aufteilung.

Auszuschließen ist der Vergleich zwischen Projekten. Zwei Projekte mit unterschiedlichen Aufteilungen sind nicht vergleichbar, wenn ihre Standorte abweichen, was fast immer der Fall ist.

Die Flächenfalle

Ein technischer Punkt, der die meisten Vergleiche verfälscht. Der zugrunde gelegte Umfang unterscheidet sich von Quelle zu Quelle.

Nicht alle Preise pro Quadratmeter beziehen sich auf dieselbe Fläche. Wohnfläche, gebaute Fläche und Bruttofläche ergeben für dasselbe Gebäude sehr unterschiedliche Ergebnisse.

Ein Preis pro Quadratmeter ohne Flächendefinition ist nicht verwertbar.

Praktische Regel: stets erfragen, auf welche Fläche sich ein Wert bezieht, bevor man ihn verwendet, auch in einem Angebot.

Was dies für Fachleute bedeutet

Vier Regeln.

Keine Standardaufteilung veröffentlichen oder verwenden, da sie je nach Standort zu stark schwankt.

Die Aufteilung aus den Posten aufbauen, nicht umgekehrt.

Die Bezugsfläche jedes verwendeten Werts pro Quadratmeter angeben.

Die Anteile zur Prüfung einer Schätzung nutzen, niemals zu ihrer Erstellung.

Dieser Beitrag gibt den Stand der Daten zum Prüfdatum wieder und dient der fachlichen Orientierung. Er ersetzt weder eine Schätzung noch die Einsicht in Angebote.

Häufige Fragen

Nein, weil der Grundstücksanteil von Gemeinde zu Gemeinde zu stark schwankt, als dass ein Mittelwert Sinn ergäbe. Stabil ist das Verhalten der einzelnen Posten, nicht ihr Verhältnis.

Das Grundstück schwankt je nach Gemeinde, die Bauarbeiten sind bei gegebenem Programm pro Quadratmeter vorhersehbar, und die Nebenkosten verhalten sich anteilig zu beiden. Das genügt für eine Schätzung.

Zum Abstecken, zum Vergleich und zur Kontrolle einer Größenordnung. Sie dienen nicht der Bezifferung eines konkreten Projekts.

Aufteilungen zu vergleichen, die auf unterschiedlichen Flächen beruhen. Der zugrunde gelegte Flächenbegriff unterscheidet sich je nach Quelle und verfälscht den Vergleich.

Baukosten pro m² in Luxemburg