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Baukosten Schule und Kita pro m² BGF

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Das erfahren Sie in diesem Beitrag Warum die Kostenrichtwerte der Länder untereinander nicht vergleichbar sind, obwohl sie dieselbe Einheit tragen, weshalb die tatsächlichen Kennwerte im Schulbau regelmäßig über den allgemeinen Datensammlungen liegen, wie hoch der Anteil der technischen Anlagen ausfällt und was die Spanne im Einzelnen treibt.

Der Bildungsbau ist das größte Segment des kommunalen Hochbaus in Deutschland und zugleich dasjenige mit der eigenwilligsten Kennwertlogik. Wer hier mit den Kennwerten des allgemeinen Hochbaus rechnet, liegt systematisch zu niedrig.

Die Kostenrichtwerte der Länder tragen verschiedene Bezugsflächen

Die Förderung von Schulbaumaßnahmen erfolgt in den Ländern nach Kostenrichtwerten, die je Schulart festgesetzt werden. Diese Richtwerte sind öffentlich, präzise und für die Praxis unmittelbar relevant.

Sie haben allerdings eine Eigenschaft, die beim Vergleich fast immer übersehen wird: Die Bezugsfläche ist von Land zu Land eine andere. Ein Vergleich zweier Landeswerte ist deshalb ohne Umrechnung wertlos.

Land Bezugsfläche des Richtwerts Beispielhafte Größenordnung
Rheinland-Pfalz genehmigte Hauptnutzfläche Grundschulen rund 4.853 €, weiterführende Schulen rund 5.288 €
Bayern zuweisungsfähige Nutzfläche nach Zuweisungsrichtlinie in der Größenordnung von 4.297 € je m²
Sachsen Programmfläche nach Musterraumprogramm historisch rund 2.454 € je m²

Diese Zahlen sind nicht miteinander vergleichbar, und sie sind erst recht nicht mit einem Kennwert je Quadratmeter Brutto-Grundfläche vergleichbar. Hauptnutzfläche, zuweisungsfähige Nutzfläche und Programmfläche sind jeweils ein Ausschnitt der Brutto-Grundfläche, und zwar ein deutlich kleinerer. Ein Richtwert von 4.850 Euro je Quadratmeter Hauptnutzfläche entspricht einem erheblich niedrigeren Betrag je Quadratmeter Brutto-Grundfläche.

Hinzu kommt, dass die Richtwerte je nach Land unterschiedliche Kostengruppen abdecken. Die bayerische Systematik erfasst im Richtwert alle zuweisungsfähigen Kosten einschließlich Anteilen aus den Kostengruppen 200, 500 und 700, während andere Systematiken enger gefasst sind. Und die Angaben liegen teils brutto, teils netto vor.

Praktische Regel für den Bildungsbau: Ein Kostenrichtwert ist eine Förderobergrenze, keine Kostenprognose. Er beantwortet die Frage, welcher Betrag zuwendungsfähig ist, und nicht die Frage, was das Gebäude kosten wird. Die beiden Zahlen fallen im Bildungsbau regelmäßig auseinander.

Warum der Bildungsbau teurer ist als allgemeine Kennwerte erwarten lassen

Fachliche Rückmeldungen aus der Zuwendungsprüfung von Schulen und Kitas dokumentieren, dass die tatsächlichen Kostenkennwerte im Schulbau regelmäßig über den Werten der allgemeinen Datensammlungen liegen, in einer Größenordnung von rund einem Viertel. Genannt werden Werte um 4.000 Euro je Quadratmeter und teilweise darüber.

Die Gründe sind bekannt und strukturell:

Die Schule ist kein reiner Zweckbau. Schulgebäude sind Identifikationspunkte im Quartier und werden außerhalb des Unterrichts von Vereinen, Gruppen und Bürgern genutzt. Das schlägt sich in Gestaltungsanspruch, Robustheit und Ausstattung nieder.

Der Ganztagsbetrieb erzeugt Flächenmehrbedarf. Mensa, Küche, Aufenthalts- und Rückzugsbereiche kommen zum klassischen Raumprogramm hinzu.

Die Anforderungen an die Innenraumqualität sind hoch. Die Nachhallzeiten sind normativ geregelt und verlangen absorbierende Decken und Wandflächen. Die Beleuchtung folgt eigenen Normanforderungen. Beide Punkte sind keine Ausstattungsentscheidungen, sondern Nachweispflichten.

Die Folgekostenperspektive dominiert. Im öffentlichen Bau gilt der Grundsatz, dass Investitionskosten nicht zulasten der Folgekosten gespart werden dürfen. Das führt zu höherwertigen Bauteilen mit längerer Nutzungsdauer und zu höheren Anfangsinvestitionen.

Der Anteil der technischen Anlagen

Im Schulbau liegt der Anteil der Kostengruppe 400 an den Bauwerkskosten nach Rückmeldungen aus der Praxis bei rund 31 Prozent und erreicht je nach Gebäudekonzept bis zu 40 Prozent. Für Kindertagesstätten werden ähnliche Größenordnungen genannt.

Die Treiber sind Lüftungsanlagen, zunehmend mit Spitzenlastkühlung als Reaktion auf steigende Sommertemperaturen, Wärmepumpenkonzepte, großflächig ausgelegte Photovoltaik sowie Beleuchtungs- und Medientechnik. Sie fallen sämtlich in die Kostengruppe der technischen Anlagen.

Das ist der wichtigste einzelne Grund, warum Kennwerte aus älteren Bildungsbauten nicht übertragbar sind. Ein Schulgebäude aus den 2000er Jahren trägt einen Anlagenumfang, der mit dem heutigen nicht vergleichbar ist. Eine Fortschreibung mit dem Baupreisindex korrigiert das Preisniveau, nicht den Anlagenumfang. Die Systematik dazu steht im Beitrag zum Kostenumfang eines Kennwerts.

Sanierung statt Neubau

Ein erheblicher Teil des Bildungsbaus in Deutschland betrifft nicht den Neubau, sondern den Umgang mit einem über Jahrzehnte aufgelaufenen Sanierungsstau. Die Kennwerte des Neubaus sind darauf nicht übertragbar, und die Streuung ist bei Sanierungsvorhaben deutlich größer.

Nach unten weichen die Kosten ab, wo vorhandene Ausbauelemente weitergenutzt werden können und wo Tragwerk und Erschließung erhalten bleiben. Dokumentierte Sanierungsvorhaben haben die geltenden Kostenrichtwerte auf diesem Weg unterschritten.

Nach oben weichen sie ab, wo das Gebäude in einen heutigen Standard zu überführen ist: Brandschutz, Barrierefreiheit, Akustik, Lüftung und energetische Hülle sind bei Bestandsbauten aus den 1960er und 1970er Jahren praktisch vollständig neu herzustellen. Hinzu kommt bei Gebäuden bestimmter Baujahre die Schadstoffuntersuchung mit ihrer erst spät sinkenden Unsicherheit.

Der dritte Fall ist der teuerste: die Herrichtung von Gebäuden, die nie für Unterricht oder Kinderbetreuung errichtet wurden. Hier greifen weder Neubau- noch Sanierungskennwerte, und eine objektbezogene Ermittlung ist ohne Alternative.

Was die Spanne im Einzelnen treibt

Die veröffentlichten Werte für Bildungsbauten reichen von etwa 2.500 bis 5.000 Euro je Quadratmeter Brutto-Grundfläche. Fünf Faktoren erklären den größten Teil davon.

Faktor Wirkung
Sportinfrastruktur eine Sporthalle verschiebt die Gesamtinvestition erheblich und trägt eigene Kennwerte
Mensa und Küche Produktionsküche oder Ausgabeküche unterscheiden sich deutlich in Technik und Fläche
Fachräume naturwissenschaftliche Räume und Werkstätten tragen nutzungsspezifische Anlagen
Energetischer Standard Passivhaus- oder Zertifizierungsanforderungen wirken auf Hülle und Technik
Bauweise Modul- und Holzbau verkürzen die Bauzeit erheblich, bei abweichender Kostenstruktur

Der erste Punkt ist der gewichtigste. Die Sportinfrastruktur ist häufig der größte einzelne Hebel eines Bildungsbauvorhabens, und alternative Konzepte im Außenraum können die Kosten dieses Anteils drastisch senken. Für die Kostenermittlung folgt daraus, dass Schulgebäude und Sporthalle getrennt zu kalkulieren und getrennt auszuweisen sind. Ein Gesamtkennwert für ein Vorhaben mit Sporthalle ist auf ein Vorhaben ohne nicht übertragbar.

Kindertagesstätten

Für Kitas gelten dieselben Grundsätze bei kleinerem Maßstab, mit drei Besonderheiten. Sie erklären, warum der Kennwert je Quadratmeter höher liegt als bei Schulen.

Der Anteil der Fixkosten je Betreuungsplatz ist höher, weil Küche, Sanitärbereiche, Personalräume und Erschließung auf eine kleine Fläche entfallen. Der Kennwert je Betreuungsplatz ist deshalb neben dem Flächenkennwert zu führen.

Die Anforderungen an Sanitär- und Hygienebereiche sind überdurchschnittlich, ebenso die Anforderungen an die Außenanlagen, die bei Kitas ein eigenständiger Kostenblock der Kostengruppe 500 sind und im Bauwerkskennwert gerade nicht enthalten. Beides schlägt bei kleiner Grundfläche stärker durch als im Schulbau.

Und ein erheblicher Teil der Kitaplätze entsteht in Bestandsgebäuden, die nicht für Kinderbetreuung errichtet wurden. Die Streuung ist bei solchen Vorhaben deutlich größer als im Neubau, weil Tragwerk, Brandschutz und Barrierefreiheit vollständig neu zu bewerten sind.

Die genannten Größenordnungen sind Orientierungswerte für Deutschland. Sie ersetzen keine projektbezogene Kostenermittlung und schwanken erheblich nach Schulart, Raumprogramm, Anlagenstandard, Land und Marktlage.

Häufige Fragen

An den Kostenrichtwerten der Länder, die den Rahmen setzen. Sie unterscheiden sich zwischen den Bundesländern erheblich.

Wegen der Anforderungen an Brandschutz, Akustik, Barrierefreiheit und Lüftung. Sie treffen zusammen und summieren sich.

Er liegt über dem des Wohnungsbaus, vor allem wegen der Lüftung. Der Beitrag beschreibt die Größenordnung.

Die Entscheidung hängt von Substanz, Grundriss und Bauzeit während des Betriebs ab. Der Beitrag nennt die Kriterien.

Baukosten pro m² in Deutschland: Kennwerte nach Gebäudetyp