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GAEB-Datenaustausch in der Ausschreibung

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Das erfahren Sie in diesem Beitrag Wer den Standard trägt, welche drei Generationen es gibt und welche heute gilt, welche Phase welchen Schritt im Vergabeverfahren abbildet und worauf beim Austausch zu achten ist.

Leistungsverzeichnisse werden zwischen Ausschreibenden, Bietern und Auftraggebern digital ausgetauscht. Der dafür maßgebliche Standard trägt den Namen des Gremiums, das ihn pflegt: des Gemeinsamen Ausschusses Elektronik im Bauwesen.

Er wird vom zuständigen Bundesministerium und den maßgeblichen Verbänden der Bauwirtschaft getragen und ist damit der Branchenstandard für den Austausch alphanumerischer Baudaten. Eine gesetzliche Pflicht zu seiner Verwendung besteht nicht.

Die drei Generationen

Der Standard hat sich über Jahrzehnte entwickelt, und alle drei Generationen sind in der Praxis noch anzutreffen. Welche verwendet wird, entscheidet die Software der Beteiligten und nicht der Standard selbst.

Generation Kennung Merkmale
GAEB 90 D81 bis D86 zeilenorientiert, feste Feldlängen, keine Textformatierung
GAEB 2000 P81 bis P86 erweiterte Zeichensätze, längere Textfelder, Langtexte
GAEB DA XML X80 bis X86 XML-basiert, für automatisierte Prozesse und Schnittstellen

Die XML-Generation ist der geltende Standard. Die Version 3.3 ist seit 2019 freigegeben, löst die älteren Formate zunehmend ab und ist für die Anbindung an weitere Systeme ausgelegt.

Die älteren Formate verschwinden dennoch langsam. Wer mit unterschiedlichen Beteiligten arbeitet, sollte damit rechnen, alle drei Generationen zu empfangen, und prüfen, welche seine Werkzeuge lesen können.

Die Datenaustauschphasen

Der Standard ordnet den Austausch in nummerierte Phasen. Die erste Ziffer bezeichnet den Bereich, die zweite den Schritt darin.

Phase Inhalt Richtung
81 Leistungsverzeichnis intern, als Grundlage
82 Kostenanschlag intern, mit Preisansätzen des Planers
83 Angebotsaufforderung Auftraggeber an Bieter, ohne Preise
84 Angebotsabgabe Bieter an Auftraggeber, mit Preisen
85 Nebenangebot Bieter an Auftraggeber
86 Zuschlag und Auftragserteilung Auftraggeber an Auftragnehmer

Neben diesen Phasen bestehen weitere Bereiche, etwa für Warenwirtschaftsvorgänge zwischen Handel und ausführenden Unternehmen. Sie spielen für die Vergabe keine Rolle.

Ein Hinweis zur Recherche: In der verfügbaren Fachliteratur und in Anbieterdokumentationen kursieren zu einzelnen Phasen abweichende Zuordnungen, insbesondere zur Frage, welche Phase die Angebotsaufforderung und welche die Angebotsabgabe abbildet. Die hier wiedergegebene Zuordnung ist durch mehrere unabhängige Quellen bestätigt. Im konkreten Projekt entscheidet ohnehin, was die beteiligten Programme erzeugen und erwarten; die Phase gehört deshalb bei der Übergabe benannt.

Die Phase 82 verdient Aufmerksamkeit

Für die Kostenplanung ist die Phase 82 die interessanteste und die am wenigsten genutzte. Sie transportiert das Leistungsverzeichnis mit den Preisansätzen des Planers, nicht mit denen der Bieter.

Damit bildet sie genau das ab, was die Kostenplanung an dieser Stelle verlangt. Gemeint sind die Ermittlung der Kosten auf Grundlage bepreister Leistungsverzeichnisse und die Kostenkontrolle durch Vergleich mit der Kostenberechnung.

Wer diese Phase nutzt, erhält eine Kostenermittlung, die strukturell identisch mit dem späteren Angebot ist und deshalb unmittelbar verglichen werden kann. Die Systematik behandelt der Beitrag zum Kostenvoranschlag.

Worauf beim Austausch zu achten ist

Vier Punkte verursachen den überwiegenden Teil der Probleme. Keiner von ihnen ist technischer Natur, alle betreffen die Handhabung.

Fehlerquelle Was schiefgeht
Die Phase muss zum Schritt passen eine Datei der Angebotsaufforderung darf keine Einheitspreise enthalten; werden dennoch Preise übermittelt, wurde die falsche Phase gewählt oder die Datei aus der Kalkulation erzeugt, was im Vergabeverfahren ein ernsthafter Fehler ist
Die Ordnungszahlen müssen stabil bleiben der gesamte Austausch beruht auf ihnen; wird eine Position umnummeriert, brechen die Bezüge zwischen Angebot, Auftrag und Abrechnung
Die Struktur muss dem Format entsprechen Gliederungstiefen, Positionsarten und Textformatierungen sind je Generation unterschiedlich unterstützt; ein älteres Format verliert unter Umständen Formatierungen oder Langtextinhalte
Die Version gehört benannt welche Generation und welche Version erwartet wird, gehört in die Vergabeunterlagen, sonst entstehen Rückfragen oder unbrauchbare Rückläufe

Der praktische Nutzen

Drei Effekte rechtfertigen den Aufwand der Standardisierung. Der dritte ist derjenige, der die Kostenkontrolle unmittelbar trägt.

Effekt Nutzen
Keine Doppelerfassung Positionen, Mengen und Texte müssen auf keiner Stufe neu eingegeben werden, was Zeit spart und Übertragungsfehler vermeidet
Automatisierte Angebotsprüfung die rechnerische Prüfung und der Preisspiegel nach Einzelpositionen lassen sich maschinell erstellen, bei umfangreichen Verzeichnissen der einzige praktikable Weg
Durchgängigkeit bis zur Abrechnung dieselbe Struktur trägt vom Leistungsverzeichnis über das Angebot bis zum Aufmaß, sodass der Soll-Ist-Vergleich über den gesamten Projektverlauf möglich bleibt

Der dritte Punkt ist der wirtschaftlich bedeutsamste und wird am seltensten ausgeschöpft. Die Systematik der Kostenkontrolle behandelt der Beitrag zum Soll-Ist-Vergleich.

Die Grenze zum Modell

Der Standard tauscht alphanumerische Daten aus: Positionen, Mengen, Texte, Preise. Er tauscht keine Geometrie aus.

Wo modellbasiert geplant wird, treten deshalb zwei Datenwelten nebeneinander: das Modell mit der Geometrie und das Leistungsverzeichnis mit der kaufmännischen Struktur. Die Verbindung zwischen beiden ist Gegenstand eigener Regelwerke und noch nicht durchgängig standardisiert.

Für die Praxis bedeutet das, dass Mengen aus dem Modell in das Leistungsverzeichnis überführt werden, und dass diese Überführung den Abrechnungsregeln der VOB/C entsprechen muss. Eine Menge aus dem Modell ist nicht automatisch die vertraglich geschuldete. Die Systematik behandelt der Beitrag zur BIM-basierten Kostenermittlung.

Dieser Beitrag gibt den Stand der Regelwerke zum Zeitpunkt der Prüfung wieder und dient der fachlichen Orientierung. Er ersetzt keine Rechtsberatung und keine Prüfung des Einzelfalls.

Häufige Fragen

Ein Standard für den Austausch von Leistungsverzeichnissen zwischen Beteiligten. Es gibt drei Generationen.

Nummerierte Phasen für Ausschreibung, Angebot und Auftrag. Sie steuern, welche Daten übergeben werden.

Weil sie die Angebotsdaten trägt und die Auswertung ermöglicht. Der Beitrag erklärt ihre Rolle.

Auf Versionen, Vollständigkeit und die Übernahme von Mengen. Der praktische Nutzen liegt in der Fehlervermeidung.

Ausschreibung und Vergabe nach VOB: Leitfaden für Bauleistungen