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BIM-basierte Kostenermittlung nach Kostengruppen

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Das erfahren Sie in diesem Beitrag Wie Modellelemente mit Kostengruppen verknüpft werden und warum Kosten keine Modellattribute sind, welche Fertigstellungsgrade für die Kostenermittlung definiert sind, wo die Grenzen des Verfahrens liegen und was sich damit tatsächlich gewinnen lässt.

Kostenplanung nach DIN 276Anwendung in der Praxis › BIM-basierte Kostenermittlung

Bei modellbasierter Planung ändert sich nicht die Kostengliederung, sondern die Herkunft der Mengen. Die Systematik der DIN 276 bleibt vollständig anwendbar; sie erhält lediglich eine andere Datenquelle.

Das ist der wichtigste und am häufigsten missverstandene Punkt: Ein Bauwerksinformationsmodell ersetzt keine Kostenplanung. Es liefert Mengen.

Wie die Verknüpfung funktioniert

Modellelemente werden Kostengruppen zugeordnet, Mengen werden aus dem Modell übernommen und mit Kennwerten oder Positionspreisen bewertet. Auf dieser Grundlage lässt sich eine Kostenermittlung strukturiert nach Kostengruppen erzeugen, ohne die Gliederung der Norm zu verlassen.

Entscheidend ist dabei, wie die Kosten an das Modell gelangen: Sie werden in aller Regel nicht als Attribute im Modell hinterlegt, sondern nachträglich über eine Verknüpfung mit externen Datenbanken den Bauteilen zugewiesen. Die Bewertung bleibt damit außerhalb des Modells und kann jederzeit ausgetauscht werden.

Das hat einen guten Grund. Ein Preis ist keine Eigenschaft eines Bauteils, sondern eine Eigenschaft von Bauteil, Ort, Zeitpunkt und Marktlage zugleich. Ein im Modell hinterlegter Preis wäre nach wenigen Monaten falsch und bei einer Regionalisierung nicht anpassbar. Die Trennung von Geometrie und Bewertung ist deshalb kein Umweg, sondern die richtige Architektur.

Für den Austausch werden offene Formate verwendet, insbesondere IFC für die Modelldaten. Für die Verbindung zwischen Modellobjekten und kaufmännischen Daten existieren gesonderte Regelwerke und Schemadefinitionen.

Die Fertigstellungsgrade der Kostenermittlung

Für die modellbasierte Mengenermittlung existiert eine eigene Richtlinienreihe, die fünf Fertigstellungsgrade der Kostenermittlung definiert, von 100 bis 500. Sie beschreiben, welcher Informationsstand der Modellelemente welche Art von Kostenermittlung ermöglicht.

Fertigstellungsgrad Ermöglicht Informationsstand mindestens
100 Abschätzung von Gesamtkosten und Bauwerkskosten Bedarfsplanung
200 Mengen eines Baukörpers, Gliederung in einer oberen Ebene Vorplanung
300 Mengen einzelner Bauteiltypen, feinere Gliederung Entwurfsplanung
400 und 500 Mengen auf Positions- und Ausführungsebene Ausführungsplanung und Vergabe

Diese Staffelung ist nützlich, weil sie eine Frage beantwortet, die in der Praxis ständig gestellt wird: Ab welchem Modellstand ist welche Kostenaussage möglich. Die Antwort lautet, dass der Informationsstand des Modells und die Stufe der Kostenermittlung zusammenpassen müssen.

Ein Hinweis zur Anwendung: Die Zuordnung der Fertigstellungsgrade zu den Ebenen der Kostengliederung ist vor der Verwendung mit der geltenden Fassung der DIN 276 abzugleichen. Die einschlägige Richtlinie und die Neufassung der Norm stammen aus demselben Jahr, und die Norm hat die geforderten Bearbeitungstiefen für Kostenschätzung und Kostenberechnung jeweils um eine Ebene vertieft. Wer beide Regelwerke nebeneinander verwendet, sollte die jeweils aktuellen Fassungen prüfen und die maßgebliche Anforderung im Projekt festlegen.

Wo die Grenzen liegen

Drei Grenzen wirken zusammen, und die erste trifft ausgerechnet die honorarrelevante Kostengruppe. Keine von ihnen verschwindet mit besserer Software.

Grenze Worin sie besteht
Der Detaillierungsgrad schwankt zwischen den Disziplinen in der technischen Ausrüstung ist die Positionsebene, also Kanäle, Formteile, Einbauteile und Dämmungen, erst mit der Ausführungsplanung zuverlässig modellierbar
Nicht alles im Bauwerk ist ein Modellelement Baustelleneinrichtung, Verbau, Sicherungsmaßnahmen, Rückbau im Bestand und ein erheblicher Teil der KG 200 und 700 haben keine Geometrie
Die Modellqualität bestimmt die Ergebnisqualität Wände geschossweise oder durchgehend, Öffnungen abgezogen oder nicht, Führung der Schichtaufbauten: all das entscheidet über die Menge

Daraus folgt eine asymmetrische Situation, die zur ohnehin bekannten passt: Die KG 300 lässt sich früher modellbasiert ermitteln als die KG 400. Da gerade die KG 400 die honorarrelevante Schwellenregel auslöst, bleibt der kritische Teil der Ermittlung am längsten kennwertbasiert.

Was sich tatsächlich gewinnen lässt

Der Nutzen liegt weniger in der Geschwindigkeit als in drei anderen Punkten. Der dritte ist wirtschaftlich der bedeutsamste, weil er in den frühen Phasen wirkt, in denen der Steuerungsspielraum am größten ist.

Gewinn Was er bedeutet
Nachvollziehbarkeit jede Menge bleibt auf ein Modellelement zurückführbar; bei einer Abweichung ist erkennbar, ob Menge oder Preis die Ursache war
Aktualisierbarkeit eine Planungsänderung wirkt unmittelbar auf die Mengen, womit der Grundsatz, dass Kosten ein Abbild der Planung sind, technisch abgebildet statt behauptet wird
Variantenvergleich zwei Entwurfsvarianten lassen sich mit demselben Bewertungsansatz gegenüberstellen, weil die Bewertung von der Geometrie getrennt ist

Die Systematik der Eingriffe behandelt der Beitrag zur Kostensteuerung. Dort steht auch, warum der Spielraum mit jedem Planungsfortschritt schrumpft.

Der Umgang mit dem Bestand

Bei Vorhaben im Bestand stößt die modellbasierte Kostenermittlung auf eine zusätzliche Schwierigkeit, denn es existiert kein Modell, sondern zunächst nur ein Gebäude. Das Modell ist hier nicht Ausgangspunkt, sondern erste Leistung.

Ein Bestandsmodell muss erst erzeugt werden, und zwar aus Aufmaß, Laserscan oder vorhandenen Unterlagen. Der Aufwand dafür fällt vor der Kostenermittlung an, ist eine gesondert zu vereinbarende Leistung und wird bei der Projektplanung regelmäßig unterschätzt.

Hinzu kommt eine grundsätzliche Grenze: Ein Modell kann nur abbilden, was bekannt ist. Verdeckte Bauteile, Leitungsführungen und der tatsächliche Zustand der Substanz sind vor der Öffnung nicht modellierbar. Ein Bestandsmodell suggeriert damit eine Vollständigkeit, die es nicht hat, und diese Suggestion ist im Bestand gefährlicher als eine offen ausgewiesene Unsicherheit.

Für die Praxis folgt daraus, dass ein Bestandsmodell den Kenntnisstand mitführen sollte, also die Angabe, welche Elemente aus Aufmaß, welche aus Unterlagen und welche aus Annahme stammen. Diese Unterscheidung ist genau die Grundlage, auf der Reserven begründet werden, wie im Beitrag zu Kostenrisiken und Reserven beschrieben.

Was vertraglich zu regeln ist

Modellbasierte Kostenermittlung setzt Vereinbarungen voraus, die über die üblichen Planungsverträge hinausgehen. Alle vier werden vor Projektbeginn festgelegt oder gar nicht.

# Zu regeln Warum
1 Die Modellierungskonventionen weil sie die Mengen bestimmen
2 Der geforderte Informationsstand je Planungsphase abgestimmt auf die Stufen der Kostenermittlung
3 Die Zuordnung der Modellelemente zu Kostengruppen einschließlich der Frage, wer sie pflegt
4 Der Umgang mit nicht modellierten Kostenanteilen insbesondere KG 200 und 700

Der vierte Punkt wird am häufigsten übersehen und erzeugt die größte Lücke, weil die nicht modellierten Anteile gerade diejenigen sind, die in üblichen Kennwerten ebenfalls fehlen. Er entscheidet damit über die Vollständigkeit der gesamten Ermittlung.

Dieser Beitrag gibt den Stand der Regelwerke zum Zeitpunkt der Prüfung wieder und dient der fachlichen Orientierung. Die einschlägigen Richtlinien zur modellbasierten Mengenermittlung werden fortgeschrieben und sind vor jeder Anwendung in ihrer geltenden Fassung heranzuziehen. Er ersetzt keine Rechtsberatung und keine Prüfung des Einzelfalls.

Häufige Fragen

Über die Verknüpfung von Modellelementen mit Kostengruppen. Der Beitrag beschreibt den Ablauf.

Angaben zum Reifegrad der Kosteninformation je Element. Sie verhindern eine Scheingenauigkeit.

Bei Positionen, die im Modell nicht abgebildet sind, und beim Bestand. Der Beitrag nennt sie im Einzelnen.

Vor allem Nachvollziehbarkeit und schnellere Varianten, nicht automatisch mehr Genauigkeit. Die Prüfung bleibt erforderlich.

Kostenplanung nach DIN 276: Kostengruppen und Kostenermittlung